Ein biographisches Stenogramm

Willi DaumeAm 24. Mai 1913 wird Willi Daume in Hückeswagen geboren.

1921 wird er Mitglied im Turn- und Sportverein Eintracht Dortmund. Erste "olympische Erfahrungen" sammelt er 1928, als er mit seinem Vater die Olympischen Spiele in Amsterdam besucht. 1932 reist er auf eigene Faust zu den Spielen nach Los Angeles. Er ist vielseitig sportlich aktiv, unter anderem als Leichtathlet sowie als Torwart im Handball. 1936 nimmt er als Mitglied der deutschen Basketball-Mannschaft an den Spielen in Berlin teil. Von 1932 bis 1938 studiert er Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Jura in Leipzig.

 

Nach dem Tod des Vaters übernimmt er die Führung der elterlichen Eisengießerei in Dortmund. Von 1938 bis 1940 muss er seinen Militärdienst in Oberschlesien und Polen leisten. 1945 wird er noch einmal zum Volkssturm eingezogen.

Seine Karriere als Sportfunktionär beginnt er Anfang der vierziger Jahre als Jugendwart und Vorsitzender der Handballabteilung von Eintracht Dortmund. 1944 wird er Gaufachwart für Handball in Westfalen. 1947 übernimmt er den Vorsitz des Westdeutschen Handballverbandes, bevor er zwei Jahre später zum Gründungspräsidenten des Deutschen Handball-Bundes aufsteigt. Dieses Amt übt er bis 1955 aus, um dann zum Ehrenpräsidenten ernannt zu werden.

1949 wird er der erste Schatzmeister des NOK für Deutschland. Im Dezember 1950 - Willi Daume ist 37 Jahre alt - wählt man ihn an die Spitze des neu gegründeten Deutschen Sportbundes (DSB), dessen Präsident er zwei Jahrzehnte bleibt.

1961 übernimmt er in Personalunion auch die Führungsposition im NOK, die er bis 1992 ausübt. In dieser langen Zeit zeichnen Daume herausragende Leistungen und Erfolge aus, von denen hier nur ganz wenige hervorgehoben werden sollen: Die Bewerbung Münchens um die Olympischen Spiele 1972 geht auf seine Idee und Initiative zurück, während deren „Gesicht" seine Handschrift trägt. Als Präsident des Organisationskomitees gestaltet er „heitere Spiele" im Sinne eines „Gesamtkunstwerkes", so dass ihn der brutale Terroranschlag auf die israelische Mannschaft umso härter treffen muss.

Seine vielleicht größte Niederlage erleidet er im Mai 1980, als sich das NOK entgegen Daumes ausdrücklicher Empfehlung dem politischen Druck beugt und für einen Boykott der Spiele in Moskau votiert. Damit hat er keine Chance mehr auf die Spitzenposition im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), als dessen Vizepräsident er von 1972 bis 1976 fungierte. Statt seiner wird Juan Antonio Samaranch gewählt.

1981 steht er als Organisator des Olympischen Kongresses in Baden-Baden im Blickpunkt. Zu dessen wichtigen Weichenstellungen zählt vor allem die Öffnung der Spiele für professionelle Athletinnen und Athleten. An dieser Entwicklung hat Daume auch als Vorsitzender der Zulassungskommission des IOC (von 1976 bis 1991) ganz entscheidenden Anteil. 1991 scheidet Daume aus dem IOC aus und wird Ehrenmitglied. Ein Jahr später erhält er den Olympischen Orden in Gold.

Seit Anfang der achtziger Jahre engagiert sich Daume für die Gründung eines Deutschen Olympischen Instituts (DOI). Dessen Eröffnung am Kleinen Wannsee in Berlin erlebt er am 24. Mai 1993. Es ist sein achtzigster Geburtstag.

Am 20. Mai 1996 stirbt Willi Daume in München. Seine Beisetzung erfolgt in Dortmund.

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