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Als Organisator und Kooperationspartner verschiedener nationaler und internationaler Veranstaltungen leistet die Deutsche Olympische Akademie wichtige Impulse für die interdisziplinäre Beschäftigung mit der Olympischen Idee.

„Das habe ich im Sport gelernt“

Interview mit der Olympiasiegerin Ingrid Mickler-Becker über Fair Play, Lernen im Sport und die 68er-Bewegung

 
Ingrid Mickler-Becker (2.v.r.) beim Treffen der Medaillengewinner/innen von 1968 in Berlin.

Die frühere Leichtathletin Ingrid Mickler-Becker nahm an vier Olympischen Spielen teil: in Rom 1960, Tokio 1964, Mexico City 1968 und in München 1972. Zweimal gewann sie Gold, im Fünfkampf in Mexico City und als Mitglied der 4-x-100-Meter-Staffel in München. Bei der Wiedersehensfeier der Medaillengewinner/innen der Olympischen Spiele 1968 in Grenoble und Mexiko City im Rahmen der Leichtathletik-EM in Berlin entstand das folgende Interview. Das Gespräch führten Ulrike Spitz (DOSB) und Michael Röbel (Deutsche Olympische Akademie).

Frau Mickler-Becker, Sie waren 1968 Olympiasiegerin im Fünfkampf. Welche Erinnerungen haben Sie denn noch an die Spiele?

INGRID MICKLER-BECKER: Ich denke vor allem daran zurück, dass ich meine Medaillen eigentlich anderen zu verdanken habe. Ich habe so ein Trauma: Ich durfte als Kind nicht barfuß laufen, weil wir zeigen mussten, dass wir Schuhe hatten. Die anderen kamen barfuß in die Schule, weil sie eben keine hatten. Sobald ich aus dem Sichtfeld von Zuhause war, habe ich die Schuhe ausgezogen und bin barfuß gelaufen. In Mexiko hatten wir dann so Holzlatschen bekommen, die waren meine Lieblinge. Die habe ich immer getragen, da konnte man schnell rausschlüpfen und barfuß laufen. Ich bin dann auch in diesen Holzlatschen ins Stadion gegangen. Zum Hürdenlauf trug ich meine Spikes, dann gingen wir zum Kugelstoßen. Und da stellte ich fest, dass ich nur die Spikes dabei hatte. Normalerweise bin ich immer mit Turnschuhen ins Stadion gegangen, dieses Mal halt in den Holzlatschen. Ich bin barfuß in den Ring gegangen zum Einstoßen, da kommt der Kampfrichter und sagt: ‚Das geht nicht, das ist keine ordentliche Wettkampfkleidung‛. Ich sagte, ich hätte keine Schuhe dabei, aber das hat nichts geholfen, mir wurde offiziell gesagt, dass ich barfuß nicht stoßen darf. Ich saß dann ziemlich traurig da, dann kam eine russische Athletin, meine härteste Konkurrentin, und fragte: ‚Was ist, Ingrid?‛ Ich habe es ihr gesagt, da ist sie mit der Liese Prokop aus Österreich los (die dann Zweite wurde), und die beiden haben bei den anderen Schuhe gesammelt und geschaut, welche mir passen. Es war ein ständiges Rumgewechsele, weil die anderen ihre Schuhe ja auch brauchten, aber es ging. Ich habe also den anderen zu verdanken, dass ich überhaupt weiter starten konnte. Das würde doch heute keiner mehr machen.

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Olympische Zeitreise in das bewegte Jahr 1968

Podium des Medaillengewinnertreffens
Das Podium beim Medaillengewinnertreffen mit Gabriele Seyfert, Horst Meyer, Roland Matthes, Ingrid Mickler Becker und Moderator Prof. Manfred Lämmer (von links).

Olympische Spiele prägen ein ganzes Leben lang. Viele Athletinnen und Athleten erhalten durch ihre Teilnahme an den Spielen Einblicke in andere Kulturen und Lebensumstände, die bei den meisten Aktiven beeindruckende Erinnerungen hinterlassen. Das gilt auch für die rund 60 Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Grenoble und Mexico City 1968, die sich nun 50 Jahre später in Berlin wiedertrafen. Sie waren der Einladung des DOSB gefolgt und bekamen am vergangenen Wochenende ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm (u. a. mit dem Besuch der Leichtathletik Europameisterschaften im Berliner Olympiastadion und einem Empfang des Landesportbundes Berlin) geboten.

Erinnerungen an bewegte Zeiten

Vor allem nutzen sie aber die Gelegenheit, ihre Erinnerungen an die Olympischen Spiele gemeinsam zum Leben zu erwecken. Das gelang auf beeindruckende Weise beim Podiumsgespräch der Deutschen Olympischen Akademie (DOA), die als Mitorganisator des Wiedersehenstreffens den Fokus neben dem Sport auf die gesellschaftspolitischen Ereignisse der damaligen Zeit legte. Die Besetzung des Podiums unter Leitung von Prof. Manfred Lämmer (Stellvertretender Vorsitzender der DOA) trug dieser Ausrichtung Rechnung: Vor und mit den 100 anwesenden Gästen berichteten Ingrid Mickler-Becker (Olympiasiegerin 1968 im Fünfkampf), Dr. Roland Matthes (Olympiasieger 1968 im Schwimmen), Dr. Horst Meyer (Olympiasieger 1968 im Rudern) und Gabriele Seyfert (Olympia-Silbermedaillengewinnerin 1968 im Eiskunstlauf) von ihren Erinnerungen und Erlebnissen.

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Familie Neureuther, 50 Kinder und die olympischen Werte

Miriam und Felix Neureuther inmitten begeisterter Kinder
Miriam und Felix Neureuther inmitten begeisterter Kinder

Sich mit Kreuzbandverletzung einer ganzen Meute neugieriger Journalisten stellen –normalerweise kann Ski-Ass Felix Neureuther sich sicherlich schönere Termine vorstellen. An diesem Tag lief die Pressekonferenz aber etwas anders: Gemeinsam mit seiner Frau Miriam, selbst Biathletin, stellte er sein neues Kinderbuch ("Auf die Piste, fertig - los!") vor und plauderte entspannt über seine Jugendvorbilder, das Besondere an Olympischen Spielen sowie Werte im Sport – mit rund 50 Münchner Schülerinnen und Schülern, die an diesem Tag in die Rolle der Pressevertreter schlüpften.

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